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Zeit für sich: Solo mit Schokolade

Zeit für sich zu haben ist ein Lebenselixier. In meinem täglichen Gesprächen als Therapeut ist das Thema „Zeit für sich“ fast immer gegenwärtig. Denn in unseren voll gepackten Alltag „Zeit für sich“ zu nehmen ist oft eine große Herausforderung.  Darum geht es in diesem Beitrag, wie und wo man solche Freiräume findet.

Egal ob im beruflichen, privaten oder familiären Umfeld – meist ist man von anderen Menschen umgeben. Zeit für sich bleibt da kaum. Und selbst, wenn jemand alleine ist, stellt sich die Frage, ob er sich in solchen Momenten wirklich mit sich beschäftigt. Dabei ist es ebenso wichtig wie wertvoll, regelmäßig bewusst inne zu halten und sich zu fragen, was man spürt und braucht.

Ideal ist es, solche Freiräume täglich einzubauen. Bereits fünf Minuten reichen aus, um zu schauen, was einem gut tut. Für den einen ist das Schokolade, für den anderen eine Tasse Lieblingstee oder der kurze Rundgang durch den Garten. Hilfreich ist es, bei solchen klar definierten Auszeiten einen Anfang und ein Ende festzulegen, z.B. durch eine Eieruhr. So schafft man Distanz vom Normalzustand und erlebt die Ausnahmesituation intensiver und verhindert ein Verschmelzen mit dem Alltag.

Auszeit Tee trinken Zeit für sich Michael Diaz Therapeut

Diese fünf Minuten freizuschaufeln dürfte selbst für Vielbeschäftigte kein Problem sein, die durch die Arbeit oder ihre Familie sehr eingespannt sind. Gerade sie brauchen solche Rituale, um sich kurz auszuklinken und abseits aller Pflichten und Termine ausschließlich das zu tun, was ihnen Spaß macht. Dabei ungestört zu bleiben, ist speziell für Eltern kleiner Kinder schwer vorstellbar. Doch auch sie können lernen, dass Mama oder Papa nicht nonstop ansprechbar sind und sofort auf jede Bitte reagieren.

Gerade für Mütter profitieren von dieser Erkenntnis: Viele neigen dazu, ständig im Einsatz für andere zu sein und sich zu vergessen. Dabei muss jeder Mensch hin und wieder zum Stillstand kommen –wie eine Maschine, die auch einmal auf Null heruntergefahren und gewartet werden muss. Denn nur, wenn Mama fit ist, geht es auch dem Rest der Familie gut.

Grenzen zu ziehen und Solo-Zeiten einzufordern ist ebenfalls für Partnerschaften förderlich. In der ersten Verliebtheit neigt man natürlich dazu, alles teilen zu wollen. Doch jedes Paar besteht aus zwei Individuen, die ihre eigenen Wünsche erkennen und leben sollten. Wird eine Partnerschaft zu eng, kann das auf Dauer Druck erzeugen, der sich irgendwann auf unschöne Weise entlädt.

Klar zu sagen, was man möchte oder nicht mag, könnte fälschlicherweise als Egoismus ausgelegt worden – ein Wort mit negativem Touch. Dabei ist es durchaus richtig, auf sich zu achten und an sich zu denken, solange man nicht ausschließlich um die eigene Person kreist und alle anderen aus den Augen verliert.

asian yogo on beautiful beach ,standing pose

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Eigenständigkeit auszuleben, bekommt jedem– angefangen bei kurzen, täglichen Auszeiten über Sport oder Spaziergänge bis hin zu Wellness-Wochenenden, bei denen vor allem Frauen gerne auftanken. Zwischen Anwendungen und Fitness-Angeboten fällt es verständlicherweise schwer, das Programm nicht von früh bis spät vollzupacken. Trotzdem sollte ausreichend Gelegenheit bleiben, sich treiben zu lassen und ohne Plan zu tun, wozu man Lust hat. Interessanterweise erfreuen sich in den letzten Jahren Klöster wachsender Beliebtheit. Bis auf Frühstück, Mittag- und Abendessen bleibt es Besuchern dort überlassen, wie sie ihren Tag in einer Umgebung verbringen, in der es weder Computer noch Handy gibt – ein wohltuendes Kontrastprogramm zur Reizüberflutung durch digitale Medien, die nicht nur das Leben der jüngeren Generation bestimmt. Unter ihrem Einfluss muss das Gehirn ständig neue Eindrücke verarbeiten, hat aber keine Möglichkeit mehr, sie zu sortieren und Dinge auszusortieren, die nicht gebraucht werden.

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Summa summarum ist es ein Lebenselixier, Zeit für sich zu haben. Die Schattenseite ist allerdings ein Zuviel davon. Menschen, die sich nur mit ihrer eigenen Person beschäftigen, bekommen Schwierigkeiten im Zusammensein mit anderen, geraten leicht in Stress, wenn sie eine für sie nicht kontrollierbare Situation überfordert und neigen dazu, Kleinigkeiten einen sehr hohen Stellenwert einzuräumen. In diesem Fall kann die Situation ins Negative kippen. http://www.diaz-michael.de

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