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Kraftquelle Natur: Wichtige Erfahrungen und Werte

Inspiration, Kraftquelle, Lehrer – die Liebe zur Natur ist für viele Menschen ein Lebenselixier. Warum, weiß Michael Diaz, Therapeut und psychologischer Berater

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Bis zur Industrialisierung im 19. Jahrhundert lebten die meisten Menschen mit und in der Natur. Denn wie hätten sie es sonst geschafft zu überleben? Erst seither haben sie sich mehr und mehr von ihr entfremdet. Trotzdem gibt es tief in uns drinnen ein uraltes Wissen und Fähigkeiten, die sich im Lauf der Evolution entwickelt haben. Bestes Beispiel sind unsere Selbstheilungsprozesse, die nonstop dafür sorgen, dass Unbrauchbares entsorgt und Defekte repariert werden. Nicht umsonst versetzt man Schwerkranke in ein künstliches Koma, damit sich der Körper ganz in Ruhe von selbst regenerieren kann. Medikamente und Behandlungen dienen letztendlich nur dazu, die natürlichen Prozesse zu unterstützen.

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Kein Wunder also, dass viele Städter ein Bedürfnis danach haben, immer wieder aufs Land zu fahren. Oder sich zumindest ein bisschen Grün in ihr Umfeld zu holen – seien es Zimmerpflanzen, Blumen auf dem Balkon oder Gemüse aus den gerade so angesagten urbanen Gemeinschaftsgärten, die einem das gute Gefühl geben, sich in Zeiten von Lebensmittelskandalen und anderen Krisen selbst versorgen zu können. Diese Sehnsucht ist schon früh vorhanden: Kinder klettern instinktiv gerne auf Bäume, sammeln Schneckenhäuser und besondere Steine oder bauen Staudämme am Bach, wenn ihnen Eltern, Kita und Schule dazu die Möglichkeit geben.

Wann hast Du Deinen letzten Turm aus Steinen an einem Bach gebaut?

Wann hast Du Deinen letzten Turm aus Steinen an einem Bach gebaut?

In den Jahren danach verliert sich die Lust daran bei vielen Jugendlichen, weil andere Dinge wichtiger werden: Diskotheken, Partys, Shopping, Smartphones. Aber mit zunehmendem Alter nimmt das Verlangen nach der Natur als Inspiration und Kraftquelle oft wieder zu. Sich ihr zu nähern, ist ganz einfach: Hören, riechen, schmecken, fühlen, sehen – auf einer Wiese, im Wald oder in den Bergen werden alle Sinne bei einem ganzheitlichen Erlebnis angesprochen. Bewegt man sich dazu auch noch beim Wandern oder Radfahren, kann der Körper kräftig Sauerstoff tanken, wird sogar sein Hormonhaushalt angekurbelt. Außerdem stillen die vielfältigen Eindrücke unseren Drang, Neues zu entdecken – angefangen bei zarten Blüten im Frühling über einen sommerlichen Sonnenaufgang und Herbsttage, an denen ein regelrechtes Farbfeuerwerk aus Gelb-, Rot- und Brauntönen explodiert, bis hin zum Winter, wenn der Schnee glitzert oder Raureif Äste und Gräser überzuckert. Verglichen mit dem monotonen und abstumpfenden Grau einer Großstadt ist das eine wohltuende Abwechslung, die keinen Cent kostet und 365 Tage im Jahr rund um die Uhr zur Verfügung.

Farbenvielfalt am Wegesrand

Farbenvielfalt am Wegesrand

Ganz nebenbei bekommt man auch ein Gespür dafür, wie wertvoll und schützenswert solche Dinge sind – die bestes Basis für ein Nachhaltigkeitsdenken. Leider ist das noch nicht in allen Köpfen angekommen. Nicht jeder, der in der Natur unterwegs ist, begegnet ihr mit ausreichend großem Respekt. Zum Beispiel Mountainbiker, die ohne Rücksicht auf Verluste die Hänge herunterjagen. Oder Spaziergänger, die jede Blume am Wegesrand pflücken. Genauso gut gibt es aber auch Menschen, die sich ganz und gar auf die Natur einlassen wollen und zum Beispiel bei einem Überlebenstraining unter Anleitung ausprobieren. Abgemilderte Variante ist eine Mitgliedschaft bei den Pfadfindern oder der Naturschutzjugend. Hier machen Heranwachsende wichtige Erfahrungen und bekommen Werte vermittelt, die ihr Umweltbewusstsein entwickeln – das beste Rezept gegen eine zunehmende Entfremdung.

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