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Michael Diaz arbeitet als Coach und Therapeut.

Interview mit Michael Diaz über seinen Werdegang, mit welchen Methoden arbeitet er als Therapeut und Coach. Auf welche Themen hat er sich spezialisiert.

Sie haben einen anderen beruflichen Hintergrund. Was hat Sie bewogen, sich zusätzlich intensiv in den Bereichen Therapie und Coaching fortzubilden und dort zu arbeiten?

Ich komme aus der Medizintechnik und war viel mit Anwender-Schulungen unterwegs. Dabei ist mir in Kliniken aufgefallen, wie oft sich niemand richtig um die Patienten kümmerte und sie alleingelassen auf irgendwelchen Fluren saßen. Gegen solche Missstände wollte ich etwas tun. Daher habe ich begonnen, mich für therapeutische Arbeit und Methoden zu interessieren, die schneller greifen und menschlicher sind.

Wen möchten Sie mit Ihren Angeboten vor allem ansprechen?

Besonders am Herzen liegen mir Paare und das, was zwischen Partnern innerpsychisch passiert. Ich begleite aber auch Einzelpersonen nach einschneidenden Erlebnissen – egal ob Trennung, Todesfällen oder anderen Traumata.

Mit welcher Methode arbeiten Sie am liebsten?

Michael Diaz arbeitet gerne in den Coachingsitzungen mit verschiedensten Materialien.
Michael Diaz arbeitet gerne in den Coachingsitzungen mit verschiedensten Materialien.

Die Dynamik verändert sich je nachdem, ob ich es mit einem Menschen, zwei Personen, einer Gruppe oder Familie zu tun habe. Aufgabenstellung am Anfang ist für mich aber immer, gemeinsam mit meinem Gegenüber herauszufinden, welches Ziel sich jemand stecken möchte. Darauf abgestimmt wähle ich dann das passende Handwerkszeug aus.

Wie genau kann dieses ausschauen?

Zu 40 Prozent setze ich auf Gespräche, zu 60 Prozent auf den Einsatz unterschiedlichster Materialien. Was man spürt oder sieht, wird besser verstanden als Worte.

Wie weit gehen Sie bei Ihrer Arbeit in die Vergangenheit eines Menschen zurück?

Natürlich ist es wichtig, Klarheit über alte Glaubenssätze oder Wertvorstellungen zu bekommen. Aber zurückliegende Probleme lassen sich nicht mehr lösen. Was man aber sehr wohl beeinflussen kann, ist die eigene Ausrichtung in der Zukunft. Mein zentraler Ansatz ist deshalb ein lösungsorientiertes Vorgehen.

Ihre Beratung und Begleitung wird nicht von der Krankenkasse übernommen. Ist es für Interessenten ein Hindernis, dass sie selbst zahlen müssen?

Nein. Wer in meine Privatpraxis kommt, findet es normal, die Kosten dafür selbst zu tragen.


Wie lange begleiten Sie Menschen?

Manche finden in drei, vier Sitzungen zu einer Lösung. Mit anderen mache ich mich über Jahre hinweg auf den Weg zu ihren persönlichen Zielen. Das hängt von der individuellen Situation ab. Hilfe von außen kann aber in jedem Fall viel bewirken, weil man sich selbst oft im Weg steht und zu nah an den eigenen Problemen ist.

Sie geben auch Seminare. Was ist der Vorteil, in diesem Rahmen mit Ihnen zu arbeiten?

Ein Seminarraum mit Kamin verschafft die ideale Atmosphäre für die Zielfindung wie im Relais Chalet Wilhelmy

Der gemeinsame Aufenthalt an einem anderen Ort ist besonders effektiv und intensiv – vor allem, wenn man mehrere Tage miteinander verbringt. Für viele Menschen ist das wichtigste Thema, überhaupt aus ihrem Alltag heraus zu kommen. Damit sie sich Zeit für sich nehmen, reicht aber auch der Besuch in meiner Praxis.


Brauchen Menschen in der Mitte des Lebens besonders häufig Ihre Unterstützung?

Vielen in diesem Alter macht der Mangel an Zielen zu schaffen. Die bisherigen wie Karriere, Familiengründung, Kinder oder ein Eigenheim sind häufig erreicht, aber es gibt keine Perspektiven für die kommenden Jahrzehnte. Früher galt man mit Anfang, Mitte 50 bereits als betagt und spielte vielleicht noch eine Rolle als Großvater oder -mutter bei der Betreuung der Enkel. Heute hat man noch viel aktive Zeit vor und für sich. Der gegenwärtigen Generation fehlen Vorbilder, die ihr den richtigen Umgang mit den vielen vorhandenen Möglichkeiten zeigen und als Orientierung dienen können. Dazu kommt die Angst vor dem Alter, das oft mit einer Abnahme des Leistungsfähigkeit und zunehmenden Erkrankungen gleichgesetzt wird. In welcher Form das eintritt, ist aber auch Einstellungstellungssache. Wenn ich automatisch davon ausgehe, weniger fit und unternehmungslustig zu sein, werde ich mich auch entsprechend fühlen. 

Gibt es in dieser Lebens-Phase Unterschiede bei Männern und Frauen?

Männer bekommen ihre Midlife-Crisis ein bisschen früher zu spüren, Frauen spätestens mit dem Beginn der Wechseljahre. Für beide ist sie ein deutlicher Einschnitt, der aber auch die Chance eröffnet, sich – wie in der Pubertät – noch einmal neu zu erfinden. Was viele vom Wahrnehmen dieser Freiräume abhält, ist die Furcht zu scheitern und im gesellschaftlichen Umfeld anzuecken.

Ihre neueste Idee ist ein Spiel. Was soll es bezwecken und für wen ist es geeignet?

Der Couch und Therapeut Michael Diaz hat zu seinem Schwerpunktthema "Ziele setzen" ein Spiel entwickelt, welches den Spieler über die Zeit seiner Zielsetzung begleitet.
Michael Diaz hat aufgrund der großen Nachfrage bei seinem Schwerpunktthema „Ziele setzen“ ein Spiel entwickelt.

Mein Spiel ist für alle gedacht, die ein Ziel suchen und es verfolgen möchten – zum Beispiel Berufsanfänger, jemand, der schon länger im Job ist und sich umorientieren will oder Menschen in der Mitte des Lebens, die eine neue Richtung brauchen. Geeignet ist es für jeden ab 14 bis unendlich.

Wie funktioniert es genau?

Jeder Spieler würfelt und gelangt so auf verschiedene Felder. Dort bekommt er in Form von Karten gedankliche Impulse oder Aufgaben. Ein kleines Boot, ein Kompass und ein Flasche, in der man sein auf einen Zettel geschriebenes Ziel steckt, sind dabei haptische Hilfsmittel.

Spielt man dieses Spiel am Stück und mit anderen?

Man kann es alleine spielen oder mit mehreren Personen, die dann jeweils ein eigenes Zubehör brauchen. Idealerweise würfelt man ein Mal pro Tag und hat so Zeit, sich bewusst mit jedem Schritt zu beschäftigen. Insgesamt soll erreicht werden, dass man mehr Aufmerksamkeit für das eigene Verhalten entwickelt und seine Ziele bewusster verfolgt.

Haben Sie noch andere Ideen in dieser Richtung?


Da kommt sicher noch mehr. Ich will unterschiedlichste Kanäle bespielen und eine eigene „Ziele-Welt“ mit Projekten und Produkten vom Arbeitsbuch bis zum Spiel entwickeln. Für Paare schwebt mir etwas Ähnliches vor. Dazu gehören Workshops, Eintrage-Bücher und eine Internet-Plattform, die als Blog zum Beispiel über Bücher, Coachings, Reisen und Lokale für Zeit zu zweit informiert.

Die Offenheit für diese Art der Unterstützung und des Brückenschlagens hat auch bei Männern zugenommen.

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